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In der Chinesischen Arzneimitteltherapie werden in erster Linie Heilpflanzen, gelegentlich auch Mineralien oder tierische Bestandteile eingesetzt. Auf die persönlichen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt, werden sie in komplexen Rezepturen verabreicht. Es gilt der Leitsatz: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
 
Wie wirken diese Arzneimittel?
Jede chinesische Arznei hat unverkennbare Charakteristika. Sie setzen sich zusammen aus:
 
  • der Leitbahn (Meridian), auf die es wirkt
  • dem Temperaturverhalten (heiß, warm, neutral, kühl,kalt)
  • den Geschmacksrichtungen (süß, sauer, bitter, scharf, salzig, aromatisch, adstringierend)
  • der Wirkrichtung (oben, außen, innen, unten)
      
Nicht nur über Mund und Nase nehmen wir Geschmacksrichtungen wahr, sie haben auch immer eine Wirkung im Körper und diese kann gezielt genutzt werden. So öffnet der scharfe Geschmack die Oberfläche, Bitteres trocknet und Saures zieht zusammen und beide fördern die Bewegung nach unten, Salziges erweicht. Jedes Heilkraut hat mindestens eine dieser Geschmacksrichtungen, meistens aber zwei oder auch mehr. 
 

Hier nochmal eine Übersicht der 5-Elemente (Wandlungsphasen) und die Zuordnung der Geschmäcker:

Geschmack

Wandlungsphase/
Funktionskreis

Eigenschaften Wirkrichtung Beispiele
Sauer
Holz/
Leber / Galle

 
Ernergie kühl
hält Säfte fest
innen Melisse
Bitter
Feuer/
Herz / Dünndarm

 
Energie kalt
trocknend
unten
innen
Wermut, Löwenzahn,
Süß
Erde/
Magen / Milz

 
Energie warm
tonisierend aufbauend
oben 
außen
Anis, Fenchel, Süßholz
Scharf
Metall/
Lunge / Dickdarm

 
Energie heiß
stark bewegend
außen
oben

Pfeffer, Chili, Ingwer, 
Zimt

Salzig Wasser/
Blase / Niere
Energie kühl
hält Säfte fest
erweicht Verhärtungen
unten
festhaltend
Salz, Mineralien, Algen
 
Wie werden die Arzneien verabreicht?
 
Als Dekokt (Tang) werden die Arzneien nach genauer Anleitung abgekocht. Es ist die Hauptanwendungsform, aber auch recht aufwendig. 
 
Das Granulat (San), wird mit heißem Wasser übergossen und dann als Tee eingenommen. Aufgrund der einfachen Handhabung wird diese Anwendungsform in unserer Praxis bevorzugt.  
 
Auch als Pillen und Tropfen haben sich chinesische Arzneien mittlerweile etabliert.
 
 
TCM mit westlichen Pflanzen
Es hat sich gezeigt, das die geistig energetische Sichtweise der Chinesen auf ihre Pflanzenwelt ebenso auf unsere westlichen Heilpflanzen angewandt werden kann. Warum auch nicht? Wir leben in ein und derselben Welt und die Grundprinzipien des Lebens sind hier keine anderen als in Asien. Unsere westliche Kräuterheilkunde hat ihre eigene Kultur und Tradition. Wenn wir als Europäer die TCM hier in der westlichen Welt praktizieren, kann es unserer Meinung nach nicht um die bloße Übernahme einer alten Heilkunst gehen. Sie mit Kreativität, Freude aber natürlich auch der notwendigen Achtsamkeit mit unseren eigenen Traditionen zu verbinden, ist uns Anliegen und Inspiration zugleich. 
 
Ein Beispiel, das niemandem fremd ist:
Bei Magen-Darm-Beschwerden greifen wir häufig instinktiv zu einem Tee aus Fenchel, Anis oder auch Kümmel. Es ist allgemein bekannt, dass diese Samen eine wohltuende  Wirkung auf unseren Verdauungstrakt haben. Aus westlicher Sicht liegt die heilende Wirkung an den besonderen Inhaltsstoffen dieser Samen, den ätherischen Ölen, Mineralstoffen und Vitaminen. 
 
Werfen wir mal eine Blick aus der Sicht der TCM auf diese Heilpflanzen:
Fenchel, Anis und Kümmel sind Heilpflanzen, die bei einem sog. Inneren Mangelsyndrom (Qi-Mangel von Milz und Pankreas) hilfreich sein können. Gemeint ist ein Mangel an Lebensenergie (Qi) in den Organen, die für die Umwandlung und Verdauung der Nahrung zuständig sind. Fehlt die Verdauungskraft, bleibt die Nahrung zu lange im Magen und kann auch hinterher im Dünndarm nicht mehr vollständig aufgespalten werden. Es gilt die Stagnation aufgrund der Schwäche zu beheben.
Alle drei Heilkräuter haben einen süßen und scharfen Geschmack und wärmen. Der süße Geschmack in Heilpflanzen und Nahrungsmitteln wirkt allgemein nährend. Scharfe Heilpflanzen fördern die Bewegung. Sie heben die Energie an und vertreiben Kälte. Sinnvoll es häufig, diese Heilkräuter noch mit Bitterstoffen zu kombinieren, wie z.B. Liebstöckel, Basilikum oder Majoran. Der bittere Geschmack fördert die Bewegung nach unten, und dahin soll sich der Speisebrei nach unserer Nahrungsaufnahme ja auch bewegen.
 
Durch geschicktes Kombinieren von Heilpflanzen können verschiedene Aspekte einer Krankheit abgedeckt werden. So gibt es Arzneien, die sich gegenseitig verstärken und unterstützen. In einer Rezeptur werden um ein sog. Leitkraut andere Arzneien angeordnet, die dessen Wirkung unterstützen oder in Teilaspekten auch hemmen, um unerwünschte Nebenwirkungen zu minimieren.
 
 
Quellen:
TCM mit westlichen Pflanzen, Rita Traversier, Kurt Staudinger, Sieglinde Friedrich 
Ernährung nach der Traditionellen Chinesischen Medizin, Peter Hollmayer 
 
 
 
 

Essen um zu Leben

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Traditionelle Chinesiche Medizin und integrales Coaching

Ulrike Feldmann
Heilpraktikerin

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